Zukunftsprojekt Wärmewende

Ergebnisse der Bedarfs- und Potenzialanalyse

  • In Landau wird die verfügbare Tiefengeothermie mehr als ausreichend sein, um alle Wärmebedarfe der Stadt und der Stadtdörfer zu decken. Andere Potenziale wie Solarthermie, Biomasse und Abwasserwärme sind nicht in ausreichendem Maße verfügbar (Grafik links).
  • Ab 2026 wird eine zentrale Wärmeversorgung aus Tiefengeothermie im neuen Gewerbegebiet Messegelände-Südost (D12) verfügbar sein. Diese Energiequelle soll die gesamte Gemarkung, also die Kernstadt und alle Stadtdörfer, über ein Fernwärmenetz versorgen (Grafik rechts).
  • Mehr Informationen auf: Mitreden in Landau

Startszenario

Herausforderungen beim Netzausbau:
Obwohl die Tiefengeothermie ausreichend Wärme liefert, muss ein neues Fernwärmenetz aufgebaut werden. Pro Jahr können nur 6-8 km Leitungen verlegt werden, um den Verkehrsfluss nicht zu beeinträchtigen.

Zeitplan für den Ausbau:

  • Bis 2045: Der Ausbau wird bis 2045 hauptsächlich die Kernstadt, Queichheim und Mörlheim betreffen. Stadtdörfer werden zunächst dezentral versorgt.
  • Nach 2045: Langfristig sollen auch die Stadtdörfer an die Fernwärme angeschlossen werden.

Wärmeversorgungsgebiete – Zielszenario

Stufenplan für den Netzausbau:

  • Bis 2030 (blau): Erschließung der Landauer Innenstadt und der bestehenden Fernwärmenetze.
  • Bis 2035 (hellgrün): Erweiterung des Fernwärmenetzes in angrenzende Gebiete mit hoher Wärmedichte.
  • Bis 2040 (orange): Weitere Erschließung im Rahmen des Netzausbaus.
  • Bis 2045 (hellrot): Abschluss des Netzausbaus in Gebieten mit geringerer Wärmedichte.

Entwicklung des Zielszenarios

Zentrale vs. Dezentrale Wärmeerzeugung:

  • Dezentrale Wärmeerzeugung: Heizsysteme im oder am Gebäude, die das Gebäude selbst versorgen, wie Heizkessel oder Wärmepumpen.
  • Zentrale Wärmeversorgung: Wärmeerzeugung in Verbindung mit der Wärmeverteilung über ein Wärmenetz.

Rechtsverbindlichkeit der Planung:
Die Festlegung der Versorgungsgebiete im kommunalen Wärmeplan bedeutet nicht zwingend, dass diese Versorgungsvariante vollständig umgesetzt wird oder dass Gebäudebesitzer sie nutzen müssen. Der Plan bietet jedoch Klarheit über zukünftige Wärmeversorgungsmöglichkeiten, was es Hauseigentümern ermöglicht, ihre Investitionen besser zu planen.

Alternative dezentrale Wärmeversorgung

Alternativszenario:
Ohne Nutzung der Tiefengeothermie wäre nur eine dezentrale Wärmeversorgung möglich. Dies würde bedeuten, dass die Verantwortung für die Wärmegewinnung auf die privaten Haushalte übergeht.

Konsequenzen der dezentralen Versorgung:

  • Endenergiebedarf: Der Bedarf wäre zwar geringer, würde aber deutlich mehr Treibhausgasemissionen verursachen.
  • Ressourcen: Höhere Bedarfe an Strom und Biomasse, die überregional bezogen werden müssten.

Übersicht zum Kern der 65%-Anteil-Regelung im Gebäudeenergiegesetz (GEG)
 

Vergleichende Gegenüberstellung der Szenarien und Ausblick

Ergebnisse:
Die zentrale Wärmeversorgung mittels Tiefengeothermie ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoller als eine dezentrale Versorgung. Sie führt zu niedrigeren Treibhausgasemissionen und einer effizienteren Nutzung lokaler Ressourcen.

Nächste Schritte:
Der Entwurf des Wärmeplans wurde mit Umsetzungsmaßnahmen hinterlegt und nach der Sommerpause 2024 den Gremien vorgestellt. Eine öffentliche Offenlage war im Oktober 2024, gefolgt von einer Beschlussfassung Ende 2024.

Bestehende Fernwärmenetze

In Landau existieren bereits mehrere Fernwärmenetze. Das Neubaugebiet in Queichheim wurde im zweiten Quartal mit Fernwärme erschlossen. In dem sogenannten Inselnetz (lila) werden in den Jahren 2024 und 2025 zusammen mit städtischen Maßnahmen Fernwärmeleitungen verlegt. Das Inselnetz wird an das Bestandsnetz angeschlossen.

Geplante Fernwärmenetze

In Anlehnung an die kommunale Wärmeplanung wird in einer separaten Machbarkeitsstudie die Versorgung des ersten Ausbaugebietes (blau markiert) der kommunalen Wärmeplanung untersucht. Das Gebiet soll ab 2025 in fünf Jahren erschlossen werden.  Die Versorgung erfolgt durch erneuerbare Geowärme und erfüllt die GEG Kriterien.

Im Zuge der Machbarkeitsstudie wird das Anschlussinteresse der potenziellen Gebäudeeigentümer abgefragt, welche entlang der möglichen Trassen der ersten Ausbaustufe liegen.

Das Anschlussinteresse wird für eine genaue Wirtschaftlichkeitsbetrachtung benötigt, da der Preis bei einer hohen Anschlussquote fällt. Dementsprechend ist die Entscheidung, ob in einer Straße Fernwärme verlegt wird, auch von der Anschlussquote abhängig.

Für die erste Ausbaustufe haben wir exemplarisch einen Preiskorridor errechnet.